EUROPÄISCHE KENNZEICHENSYSTEME

- Schwedische Geschichte -

Mit freundlicher Unterstützung von Carsten Schou Jørgensen
Fotos & Texte: Carsten Schou Jørgensen

Lokales System 1906 bis 1972/73

Die schwedischen Fahrzeuge haben seit 1906 Kennzeichen. Es waren ausnahmslos weiße Schilder mit schwarzer Schrift.
Das erste lokale System war bis 1972/73 in Betrieb. Ähnlich wie in Dänemark bekam jeder Bezirk (in Schweden heißt es "Län") einen Unterscheidungsbuchstaben zugeteilt. Man fing in Stockholm mit "A" an, setzte südwärts fort, dann an der Ostküste entlang nach Schonen und dann schließlich nordwärts der Westküste entlang bis nach Nordschweden.
Die zwei nördlichsten Bezirke - Västerbotten und Norrbotten - hatten Zwei-Buchstaben-Kombinationen, AC und BD. Vielleicht hatten diese Bezirke ursprünglich keine internationalen Kombinationen, also Ä oder Ö? Und dann hat man sehr früh statt dessen die Zwei-Buchstaben-Kombinationen eingeführt. Die Zahl hatte maximal 5 Stellen. Wenn ein Bezirk die 99999 erreichte, setzte man mit zwei Buchstaben fort. Beispiel: Als man in Malmöhus M 99999 erreichte, setzte man mit MA 1 fort. War MA bei 99999, ging es mit MB 1 weiter etc.
Anfangs gab es kein offizielles Design, ähnlich wie in Dänemark waren die Schilder sehr groß. Seit Mitte der 1920´er Jahre gab es eine offizielle Schrift, aber da mehrere Fabriken Kennzeichen herstellten, gab es verschiedene Designs.
Bis in die 1950`er Jahre waren die Schilder meist aus Aluminium mit geriffelter Oberfläche, Buchstaben und Zahlen waren aufgenietet.
In den 1950`er und 1960`er Jahren waren die Schilder überwiegend aus Blech oder Plastik. Die Zeichen hatten Profil und waren ebenfalls aufgenietet (siehe Link unten). In den letzen dieser Jahre gab es Plastikschilder mit aufgedruckter Nummer.
Einige Fabriken stellten Emaille-Kennzeichen wie in Dänemark her. Und man hatte auch kleine Einsatzteile: Buchstaben und Zahlen mit einer Art Rahmen zusammen gesetzt. Und man hatte Kennzeichen, bei denen die Nummer ins Blech gepresst wird, wie heute in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern.
Man konnte dabei stets zwischen einzeiligen und zweizeiligen Schildern wählen. Mit max. 3 Stellen waren nur die Buchstaben oben; mit 4 Stellen waren die Buchstaben und 1 Ziffer oben; mit 5 Stellen waren die Buchstaben und 2 Ziffern oben.

Genietete Schilder 1960´er Jahre
geriffelte Kennzeichen bis spätestens 1950
diverse andere Designs der Kennzeichenschilder
Anfängliches System der Unterscheidungsbuchstaben bis 1973

Drei-Buchstaben-System seit 1972/73

Im Winter 1972/73 setzte man das heutige System mit 3 Buchstaben und 3 Ziffern in Betrieb. Diese neuen Kennzeichen haben einen schwarzen Rand sowie eine reflektierende Oberfläche. Wie in Dänemark geschah es stufenweise. Man fing 1972 im Bezirk Uppsala an. Am 01.01.1973 war das System bereits landesweit. Die ersten neuen Kennzeichen sah ich auf Werbefotos im Herbst 1972. Im April 1973 war ich mehrmals in Malmö und da waren sie sehr zahlreich im Verkehr zu sehen. Die Buchstaben durchlaufen ganz Schweden. Die Schweden verwenden 23 Buchstaben des Alphabets für Ihre Schilder:
A-B-C-D-E-F-G-H-J-K-L-M-N-O-P-R-S-T-U-W-X-Y-Z. Dazu die Ziffern 001 bis 999.
Beim ersten Design dieses Systems waren die Zeichen in das Blech gepresst, wie in Deutschland.

Fotos des Designs von 1972/73

Seit 1974 sind die alten lokalen Kennzeichen ungültig und sie mussten in das neue System umgetauscht werden. 1984 schuf man ein neues Design: dieselbe Schrift, allerdings waren das Schild und die Schrift waren schwarz. Nur die reflektierende Oberfläche war eine weiße Folie. Diese Folie hatte die schlechte Eigenschaft, dass sie sich durch den einfachen Gebrauch schnell abnutze und irgendwann das ganze Schild schwarz war.

Fotos des Designs von 1984

Deshalb kam 1994 dann ein weiteres neues Design. Seitdem ist das ganze Schild in Plastik verkapselt und es wird die Helvetica-Schrift verwendet.
Seit 2001 nutzt man das heutige Design. Dieses Design ähnelt dem von 1972/73, die Schrift - vor allem aber die Zahlen - ähneln der ehemaligen deutschen DIN-Schrift. Seit 01.04.2003 können die Schweden wählen, ob sie das blaue Euro-Band am linken Rand haben möchten.

Seit 1988 kann man in Schweden persönliche Nummern kaufen. Diese können zwei- bis sechsstellig sein, seit 2004 auch 7-stellig. Außer den 7 Stellen kann das Schild auch Zeichen haben, Bindestrich oder Apostroph beispielsweise.
man kann immer zwischen ein- und zweizeiligen Schildern wählen.

Auf zweizeiligen Schildern sind die Buchstaben oben und die Ziffern unten und die Nummer steht rechtsbündig, das heißt viel Platz links der Nummer. Seit 1992 werden verkleinerte zweizeilige Kennzeichen für Autos angeboten und seit 1995 gibt es verkürzte einzeilige Schilder mit Engschrift.

Fotos des Designs ab 1994 inklusive Fotos der Engschrift
Fotos des Designs ab 2001

Ausschließlich auf dem hinteren Schild befand sich die jährlich zu tauschende Plakette. Bei einzeiligen Schildern war sie zwischen Buchstaben- und Zahlenblock. Bei den persönlichen Kennzeichen war sie ganz rechts am Rand verklebt, und bei zweizeiligen Kennzeichen war sie oben, links des Buchstabenblocks.
In den ersten fünf Jahren hatte man fünf Plakettenfarben:
1974 gelb
1975 grün
1976 rot
1977 blau
1978 lila.
Danach wurden nur noch die letzten vier Farben verwendet:
1979 gelb
1980 grün
1981 rot
1982 blau, ´83 gelb, ´84 grün usw.
in der Mitte der Plakette stand als Zahl der Ablaufmonat. Oben links sieht man die drei Kronen des Reichswappens, oben rechts die letzten zwei stellen des Ablaufjahres. Am unteren Rand befand sich ein weißes Feld mit der Nummer.

Die letzte Nummer des Kennzeichens bestimmt den Ablaufmonat:
0 = März
1 = April
2 = Mai
3 = Juni
4 = August
5 = Oktober
6 = November
7 = Dezember
8 = Januar
9 = Februar
Es gab keine Plaketten, deren Ablauf in den Monaten Juli oder September lag.

Auswahl Europa

Schwedisches System der Gegenwart

Letzte Änderung: 23.04.2016 16:17