Deutsche Geschichte

ehem. Deutsche Demokratische Republik

 

Letzte Änderung: 31.01.2009 9:19

· 1945 - 1947 Das 1. System:

 


Quelle: www.hegis.de
Motorrad-Schild der Nachkriegszeit.
"TF" stand für "Thüringen Freistaat".
Zu erkennen ist auch ein rotes Siegel. Aufschrift: "Land Thüringen Reg. 1947"


Quelle: www.hegis.de
"SP" hieß "Sachsen Provinz". 

Die damals übliche und weitverbreitetste Farbgebung war schwarz auf weiß. Über Sondernummern ist mir nicht viel bekannt.

 

· 1948 - 1953 Das Einheitssystem aller Besatzungszonen:


Quelle: www.hegis.de
SB = Sowjetische Besatzungszone Brandenburg,
36 = Landkreis Teltow in Mahlow,
ein beidseitig bemaltes vorderes
Motorradkennzeichen


Quelle: www.hegis.de
SL =  Sowjetische Besatzungszone Sachsen Land
22 =  Dresden


Die Code-Liste für die fünf östlichen Länder:

GB Groß-Berlin (Ost-Sektoren)
SB sowjetische Besatzungszone Brandenburg
SL Sowjetische Besatzungszone Sachsen (Leipzig)
SM Sowjetische Besatzungszone Mecklenburg
SN Sowjetische Besatzungszone Sachsen-Anhalt
ST Sowjetische Besatzungszone Thüringen

 

· 1953 wurden neue Kennzeichen anhand der 15 neugebildeten Bezirke eingeführt. Jedem Bezirk wurden maximal 2 Buchstaben zugeteilt:

A: Bezirk Rostock
B: Bezirk Schwerin
C: Bezirk Neubrandenburg
D/P: Bezirk Potsdam
E: Bezirk Frankfurt/O.
F/L: Bezirk Erfurt
H/M: Bezirk Magdeburg
I: Bezirk Berlin
K/V: Bezirk Halle
N: Bezirk Gera
O: Bezirk Suhl
R/Y: Bezirk Dresden
S/U: Bezirk Leipzig
T/X: Bezirk Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz)
Z: Bezirk Cottbus


Quelle: www.hegis.de
"R" war der Bezirk Dresden
Format 380 x 125 mm aus Eisenblech und handbemalt


Quelle: www.hegis.de
"L" stand für den Bezirk Erfurt
Format 430 x 160 mm aus Aluminium. Der Rand ist geprägt, die Aufschrift gedruckt


Quelle: www.hegis.de
"X" für den Bezirk Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)
Format 400 x 135 mm, komplett geprägt mit gelbem Plastik-Siegel 1963-68

 

· bis 1975 hatten die Schilder der normalen Serie für PKW das Format 430 x 110 mm. Die hinteren Schilder für LKW 325 x 200 mm und die für Motorräder 220 x 125 mm jeweils mit abgeschnittenen oberen Ecken. Die Unterscheidungsnummer war in der Regel aufgedruckt. Meistens wurden die Schilder aus Eisenblech gefertigt.


Quelle: www.hegis.de

"X" für den Bezirk Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)
Grünes Plastiksiegel 1973 - 75,
Das komplette Schild ist handgemalt


Quelle: www.hegis.de
"H" für den Bezirk Magdeburg
Blaues Plastiksiegel 1975 - 80
Ein Kunststoffkennzeichen, auch die Zahlen und Buchstaben sind aus Kunststoff aufgesetzt


Quelle: www.hegis.de
Hinteres LKW-Schild:

"L" für den Bezirk Erfurt mit grünem Plastiksiegel 1973 - 75
komplett bedrucktes Kennzeichen

Motorradkennzeichen:

"E" stand für den Bezirk Frankfurt/Oder und im Heißprägesystem geprägt.
Zu erkennen sind außerdem im Kreis zwischen den Buchstaben die Löcher, durch die die damaligen Plastikprägemarken gesteckt und von hinten "verschweißt" wurden.


· Standartkennzeichen ab 1976:

Ab 1976 hat man sich bei Schildern der normalen Serie für PKW auf das Format 450 x 90 mm geeinigt. Die hinteren Schilder für LKW 310 x 170 mm, und die für Motorräder 230 x 130 mm. Der Dreibuchstaben-Code wurde in den meisten Bezirken 1974 eingeführt, als die Kombinationsmöglichkeiten mit zwei Buchstaben an ihre Grenzen stießen. Die Unterscheidungsnummern waren meist aufgeklebt und die Schilder aus Eisenblech gefertigt. Die Bleche rosteten sehr schnell und waren nicht reflektierend. Es gab allerdings trotzdem auch immer wieder andere Arten.

"L" für den Bezirk Erfurt,
Kein Klebesiegel, es handelt sich also um ein ehem. vorderes Kennzeichen

"N" für den Bezirk Gera,
merkwürdigerweise trotz Einkerbung ohne Klebesiegel
Der 2. und 3. Buchstabe in Verbindung mit einem bestimmten Nummernkontingent einer Buchstabenkombination gab Auskunft über den genauen Kreis. NGA 0-01 bis NGZ 9-99 war z.B. Kreis Jena im Bezirk Gera.

"O" für den Bezirk Suhl
rotes Klebesiegel seit 1987

Motorradkennzeichen:
In der 1. Zeile die Bezirksbezeichnung, in der 2. Zeile die Ziffernkombination, die laut "Kennzeichenschlüssel" für die Fahrzeugart "Motorrad" (Fz-Art 1) für den jeweiligen Kreis vorgesehen war. In diesem Fall war das Motorrad im ehem. Kreis Stadtroda (Bezirk Gera) zugelassen. Dort bekamen Motorräder Nummernkombinationen von NF 32-41 bis NF 39-00

 

Auf dem hinteren Kennzeichen musste das Wappen der DDR aufgeklebt sein:

Das DDR-Wappen mit Hammer und Zirkel im Ährenkranz als Symbol für den
Arbeiter- und Bauernstaat.
Die "Prägemarke" der Kfz-Schilder hier als Abziehbild, löste die Plastikplaketten ab 1976 ab. Diese wechselten jährlich die Farbe und waren die Kennzeichnung für durchgeführte Inspektionen.

 

 

· Kennzeichen aus der Zeit der "Wende":


Quelle: www.hegis.de

"Y" für den Bezirk Dresden
Neu ist hier das Übergangssiegel aus der Zeit der Wiedervereinigung westdeutsche Machart, zu dieser Zeit meist einheitlich mit PKW-Symbol statt Kreis- oder Stadtwappen


Quelle: www.hegis.de
"H" für den Bezirk Magdeburg (zweizeiliges Schild)
Ab 1991 (meines Wissens) wurden die Kennzeichen bereits nach "westdeutscher Art" auf ebenfalls schon "westdeutsche" DIN-Standartschilder geprägt. Lediglich die Aufschrift blieb nach bisherigem Muster.
Auch hier ist das Übergangssiegel aus der Zeit der Wiedervereinigung mit PKW-Symbol zu sehen.

"N" für den Bezirk Gera. Auch dieses Kennzeichen ist bereits nach "westdeutscher Art" auf dem deutschen DIN-Standartschild geprägt. Lediglich die Aufschrift blieb nach bisherigem Muster bis 1992.
Ein weiteres Beispiel: DDR-Kombination nach DIN-Art aus der "Wende-Zeit".
Sehr seltenes rotes Überführungskennzeichen aus Berlin (Ost) in DIN

Ab 1991 wurde das westdeutsche Kennzeichensystem für den Osten Deutschlands übernommen. Im Zuge der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurden die ehemaligen 5 Bundesländer neu gegründet und anhand der Kreise ebenfalls bis zu dreistellige Unterscheidungszeichen festgelegt. In den Jahren 1994/1995 erfolgte dann im Osten Deutschlands nochmals eine umfassende Kreis- und Gebietsreform, in der die ehemals sehr kleinen DDR-Kreise den bundesdeutschen Richtlinien angepasst wurden. Aus 2-3 Kreisen wurde also 1 neuer Großkreis (wie es damals hieß).
Für meine Region hieß das z.B. folgendes:
Der ehemalige Kreis Eisenberg (EIS), der ehem. Kreis Stadtroda (SRO) und der ehem. Landkreis Jena (J-A 1 bis J-Z 9999) verschmolzen zum neuen Saale-Holzland-Kreis (SHK). Die Stadt Jena ist seitdem kreisfrei und eigenständig, hat aber das "J" behalten (nur noch J-AA 1 bis J-ZZ 999).
Die meisten der 1991 ins Leben gerufenen neuen Kennzeichenkürzel hatten also nur eine kurze Lebensdauer.

· Sonderkennzeichen der DDR:


Nationale Volksarmee:

"VA" war die Abkürzung für "Nationale Volksarmee".
Diese Kennzeichen trugen alle Militärfahrzeuge der DDR.


Quelle: www.hegis.de

Ein Motorradkennzeichen der Nationalen Volksarmee der DDR. Die erste zweistellige Ziffer bezeichnete meines Wissens nach die Dienststelle, die zweite Nummer war fortlaufend.

Deutsche Volkspolizei:

"VP" senkrecht am linken Rand: Das waren die Kennzeichen der "Deutschen Volkspolizei".
Die erste Ziffer gab den Bezirk an (die 10 stand für Gera), die vierstellige Nummer nach dem Trennstrich war fortlaufend.

Welche Ziffer welchem Bezirk zugeteilt war, finden sie am Ende der Seite.



Quelle: www.hegis.de

Ein Motorradkennzeichen der Volkspolizei. Bei älteren Schildern (bis 70er Jahre) stand das "VP" noch nebeneinander, ebenso auf den Motorradschildern.
Die 14 stand für den Bezirk Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz).


Quelle: www.hegis.de

In der Nachwendezeit bis zur deutschen Wiedervereinigung wurde das "V" auf den Polizeikennzeichen teils weggelassen. Zu erkennen ist hier auch schon eine bundesdeutsche Prüfplakette von 1993.

Codierungs-Liste der Einsatzfahrzeuge der Volkspolizeii:


Grafik: www.hermsdorf-regional.de (interne VP-Unterlagen)

Grenztruppen der DDR:


Quelle: www.hegis.de
Die Grenztruppen hatten wie der BGS heute, natürlich auch eigene Schilder.
Das "GT" stand für Grenztruppen, die erste Ziffer bezeichnete den Bezirk (Liste hier) und die zweite vierstellige Zahl war fortlaufend.


Quelle: www.hegis.de
Kurz nach der Wende benannte der damalige Verteidigungsminister Rainer Eppelmann die "Grenztruppen" in "Grenzschutz" um, die Folge waren nun "GS"-Kennzeichen, nach demselben Muster wie bisher.

Gesellschaft für Sport und Technik (GST):

Die GST gab es seit 1952. Sie war ein Anlaufpunkt für Jungendliche, deren Interessen der Freizeitgestaltung im Wehrsportbereich lagen. Die GST hatte Anfang der 1980 ca. 550.00 Mitglieder und galt als eigene Organisation.
Sie verfügte demnach auch über eigene Fahrzeuge und Kennzeichen.

Die Besonderheit an den GST-Kennzeichen war zum Ersten die auffällige (eigentlich) gelbe Farbe,
und zum Zweiten, dass der Kennbuchstabe für den Bezirk allein verwendet wird. Die Ziffern waren fortlaufend. Hierbei handelte es sich also um ein Fahrzeug des Bezirkes Magdeburg.


Quelle: www.hegis.de

Ein Motorradkennzeichen, bzw. Heckkennzeichen eines LKW der GST.
Auch auf den Sonderkennzeichen sind deutlich die Prägemarken in Form des Staatswappens der DDR zu erkennen.

 

Die Zahlencodes von Militär und Polizei:

 Code

Bezirk

Code

Bezirk

00

Berlin

08

Halle

01

Rostock

09

Erfurt

02

Schwerin

10

Gera

03

Neubrandenburg

11

Suhl

04

Potsdam

12

Dresden

05

Frankfurt (Oder)

13

Leipzig

06

Cottbus

14

Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)

07

Magdeburg

   

 

Überführungskennzeichen:

Überführungskennzeichen rot auf weiß, sechsstellig. DDR-Wappen über dem Trennstrich. Anfangsbuchstabe "I" stand für den Bezirk Berlin.

Diplomatisches Corps:

Diplomaten-Kennzeichen ("Corps Diplomatique") weiß auf rot, sechsstellig.
Original ist das DDR-Wappen über dem Trennstrich. Die erste Ziffer bezeichnete das Land des Diplomaten (in diesem Fall die USA), Ziffer 2 war fortlaufend.

Nichtdiplomatisches Personal:

 


Quelle: www.hegis.de
CY trugen Dienst- und Privatfahrzeuge von in der Botschaft tätigen Personen, die nicht zum direkt dem diplomatischen Personal zugehörig waren, d. h. administratives und technisches Personal.
Das Spezialsiegel ist hier leider nicht mehr vorhanden.

 

"CC"         "CC" weiß auf rot nach obigem Muster trugen Dienstfahrzeuge konsularischer Vertretungen und Kfz von konsularischem Amtspersonal.

Offizielle ausländische Wirtschaftsvertretungen:

 


Quelle: www.hegis.de

"QB" oder auch "QX" trugen Fahrzeuge von offiziellen Industrievertretungen, Außenhandelsniederlassungen und kommerziellen Büros. Auch hier gibt die 1. zweistellige Ziffer Auskunft über das Land des Vertreters, in diesem Fall stand beispielsweise die 14 für Ex-Jugoslawien


Schwarze "Q"-Kennzeichen mit weißer Schrift wurden außerdem vergeben für:

· für Dienstfahrzeuge und persönliche Fahrzeuge in der DDR akkreditierter ausländischer Korrespondenten  (QA)
· für Dienstfahrzeuge und persönliche Fahrzeuge der Mitarbeiter von anderen Einrichtungen und Betrieben (QD)

Nach der Wiedervereinigung nach 1990 gab es zahlreiche Reformen bei den Kennzeichen, mehr dazu hier.