Europäische Kennzeichen-Systeme

Die Geschichte der dänischen Kennzeichen

 

Dänische Kreisgeschichte

Buchstabenzuordnungen seit 1903

Nummernkontingente der Kreise und Bezirke ab 1903
(PDF 38 KB)

Nummernkontingente der Kreise und Bezirke ab 1958
(PDF 15 KB)

Nummernkontingente der Kreise und Bezirke ab 1966
(PDF 43 KB)

Schilderdesign ab 1921

Schilderdesign ab 1930

Schilderdesign ab 1950

Schilderdesign ab 1958

Motorradkennzeichen

Traktoren, Anhänger, Beiwagen

Kreisrunde Kennzeichen

Überführungskennzeichen

Export- und Diplomatenkennzeichen

Militär, Feuerwehr und Königshaus

Mofas



Mit freundlicher Unterstützung von Carsten Schou Jørgensen
Fotos & Texte: Carsten Schou Jørgensen


"Hier ist ein Teil von meiner Sammlung. Ich will anfangen mit einem kurzen Bericht von der dänischen Kennzeichengeschichte.

EIN-BUCHSTABEN-SYSTEM 1903-1958
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Ab 1903 bekam jeder dänische Bezirk (in Dänemark nennen wir es ein »Amt«) einen Unterscheidungsbuchstaben. Die Stadt Kopenhagen hatte K, die Bezirke auf Insel Seeland die Buchstaben A-B-C-E-H, Insel Bornholm wechselte am Anfang zwischen I und J, später nur J. Die Inseln Lolland-Falster hatten L, Insen Fünen die Buchstaben M und O, Jütland die Buchstaben P-S-T-U-V- X-Y-Z-Ø.
Jeder Kreis bekam einige Zahlenreihen (wie im deutsche Vorkriegssystem).
Am Anfang war es kein offizielles Design, man konnte das Kennzeichen selbst herstellen oder man konnte die Nummer auf das Auto malen. Seit 1908 war das Offizielles Design, große weiße Kennzeichen mit schwarzer Schrift.
1919 kam ein neues Design. Weiße Kennzeichen mit rotem Buchstabe und blauen Zahlen. Der Buchstabe war kleiner als die Zahlen und unter dem Buchstabe war der Stempel der Polizei.
1920 nach den ersten Weltkrieg kam Nordschleswig zu Dänemark und die Bezirke in Nordschleswig bekamen die Buchstaben D-N-Æ. In den 1920'er Jahre wurden viele Kreise zusammengelegt, besonderes oft wurden viele Städte mit ihren
Landkreisen zusammengelegt.
1921 kam wieder neues Design. Die Kennzeichen waren nunmehr schwarz mit weißer schnörkeliger Schrift. Der Buchstabe war noch immer kleiner als die Zahlen und unter dem Buchstabe waren die Zahlen mit ganz kleinen Typen wiederholt. Das hintere Kennzeichen war sehr groß, das vorne etwas kleiner. In den Jahren 1928-30 sollten 5-stellige Kennzeichen hinten zweizeilig sein.
Nach 1921 waren alte Kennzeichen von vor 1921 ungültig. Alle Kennzeichen von nach 1921 sind im Prinzip kontinuierlich bis heute gültig, aber die meisten alten Kennzeichen sind verschwunden.
Am 01.10.1930 kam es wieder neues Design: Noch immer schwarze Kennzeichen mit weißer Schrift, aber nunmehr aus Emaille, und veränderter Schrift. Der Buchstabe war noch immer kleiner als die Zahlen, und unter dem Buchstabe war das Emblem der Polizei, ein Handschuh mit einem Auge. Alle Kennzeichen für Autos waren nun einzeilig, und vordere und hintere Kennzeichen waren gleich groß.
Und wieder: Am 01.07.1950 kommt ein neues Design. Der Buchstabe hat dieselbe Größe wie die Zahlen, und die Schrift ist anders. Der Bezirk Skanderborg wurde von Bezirk Århus abgezweigt, und hat den neuen Buchstaben R.


LOKALES ZWEI-BUCHSTABEN-SYSTEM 01.04.1958
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Am 01.04.1958 kam ein ganz neues System. Ungefähr dasselbe Design wie bisher.
Nunmehr zwei Unterscheidungsbuchstaben und (normalerweise) 5 Stellen. Jeder Kreis bekam ein oder mehr Zwei-Buchstaben-Kombinationen. In den meisten Fälle war der erste Buchstabe der alte Bezirks Buchstabe. Man wollte jedoch nicht mehr die dänischen Buchstaben Æ und Ø anwenden, so bekam der Bezirk Ringkøbing D als ersten Buchstaben statt Ø, und ganz Nordschleswig bekam N als ersten Buchstaben.
Viele Kategorien von Fahrzeugen hatte besondere Zahlreihen.

Während dieses System in Betrieb war, wurden die Umgebungskreise der drei größten Städte mit der Stadt zusammengelegt. Kopenhagen am 01.01.1960, Århus am 01.01.1961 und Odense 01.12.1958. Auch drei ganz kleine Kreise wurde mit einem
größeren Nachbarkreis zusammengelegt (Insel Samsø mit Kreis Kalundborg am 30.03.1965, Kreis Høng mit Kreis Slagelse am 01.10.1962 und Kreis Pandrup mit Kreis Brønderslev am 16.03.1959). Anderseits wurde Kreis Grindsted von Kreis Kolding am 01.04.1962 abgezweigt.


ZENTRALREGISTRIERUNG SEIT ENDE DER 1960'ER JAHRE
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In der Periode vom 01.04.1966 bis 01.01.1969 wurde die Zentralregistrierung in Betrieb gesetzt. Es geschah stufenweise in den verschiedenen Kreisen. In der Zentralregistrierung verwendet man zwei Buchstaben durchlaufend über ganz Dänemark und (normalerweise) 5 Stellen. Man verwendet fast alle Kombinationen die früher nicht als Unterscheidungsbuchstaben angewendet
wurden und die folgenden Buchstaben enthalten:
A-B-C-D-E-H-J-K-L-M-N-O-P-R-S-T-U-V-X-Y-Z (O nur als ersten Buchstaben).
Dasselbe Design wie früher. Weniger Kategorien von Fahrzeugen als zuvor haben besondere Zahlreihen. Autos mit schwarzen Kennzeichen können zweizeilige Kennzeichen hinten haben.


REFLEX KENNZEICHEN 1976
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Im Frühling 1976 wurde ein ganz neues Design in Betrieb gesetzt. Die Kennzeichen sind nunmehr weiß mit schwarzem Schrift und rotem Rand und mit reflektierender Oberfläche.


PERSÖNLICHE KENNZEICHEN SEIT 1992
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Seit 01.03.1992 kann man ein persönliches Kennzeichen kaufen, min. 2 und max. 7 Stellen (sehr teuer).


HISTORISCHE FAHRZEUGE SEIT 1998
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Seit Mai 1998 können Oldtimer (Jahrgang vor 1958) nachträglich alte Ein-Buchstaben-Kennzeichen bekommen. Wenn man die alte Nummer nachweisen kann, kann man genau diese Nummer bekommen. Sonst kann man ein Nummer bekommen, bei der das Design zum Alter des Fahrzeuges entsprechend ist. Man kann die Designs 1908, 1919, 1921, 1930 und 1950 nachvollziehen.


GELBE KENNZEICHEN UND PAPAGEI-KENNZEICHEN
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Wegen der sehr hohen dänische Steuer kann man Berufsfahrzeuge mit weniger Steuer zulassen. Seit 1924 konnten LKW mit weniger Steuer zugelassen werden. Sie hatten einen roten kreisrunden Schild mit einem Handschuh neben dem Kennzeichen.
Seit 01.07.1950 haben Lieferwagen, LKW und Busse in Linienverkehr mit ermäßigter Steuer gelbe Kennzeichen, sowohl im Design 1950 (Emaille) als auch das Design 1976 (Reflex). Seit 1970 können kleine Lieferwagen mit gelben Kennzeichen auch privat angewendet werden, aber sie dürfen keine Sitze hinten haben. Im neuen Design 1976 können auch gelbe Kennzeichen zweizeilig sein. Seit 1989 können auch Touristenbusse gelbe Kennzeichen haben.

Von 1957 bis 1970 hatte man ein ganz spezielles Typ Kennzeichen, schwarze Buchstaben auf gelbem Grund, und weiße Zahlen auf schwarzem Grund. Wir nennen sie Papagei-Kennzeichen. Diese Autos dürften privat angewendet werden, und sie durften Sitze, aber keine Fenster hinten haben.

Übrigens kann ich an diesen hervorragende Site auf dänisch und englisch verweisen:
http://nrpl.dk/index.php



Viele Grüße Carsten"

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letzte Änderung:
  02-APR-06